20190414 Bad Münstereifel

Unsere Tagesfahrt nach Köln mit Stadtführung war bei den Teilnehmern auf  positive Resonanz gestoßen. Diese hatte Lust auf mehr geweckt. So machte sich ein großer, voll besetzter Bus mit uns auf nach Bad Münstereifel.

Kein Vergleich mit Köln! Das Mittelalter prägt das Bild des relativ kleinen Städtchens. Es besitzt noch eine geschlossene Stadtmauer, einige Stadttore, eine Burg, verwinkelte Gassen, zahlreiche wunderschöne Hausfassaden, Kirchen aus verschiedenen Epochen mit wechselhafter Baugeschichte und verschiedenen Stilrichtungen. Der kleine Fluss Erft und die Wege rechts und links davon bilden die Hauptachse des Ortes. Der scheinbar friedliche Fluss hatte aber auch schon für Überschwemmungen und große Schäden gesorgt. Zwei in mittelalterlichen Gewändern gekleidete Stadtführerinnen erläuterten uns interessierten Besuchern all diese Dinge. Wir erfuhren auch einiges über das Zusammenleben der Bürger in einem überschaubaren Gemeinwesen, von Bürgertugenden und Herrschaftsstrukturen. So versuchten Machtzentren der Umgebung hier Einfluss und somit Vorteile zu gewinnen, nicht immer auf friedliche Art. Der Besuch in Münstereifel gab einen anschaulichen Einblick in deutsche Geschichte, wie sie sich über Jahrhunderte vollzog.

Nach einer Mittagspause machten wir uns auf zu einem anderen geschichtsträchtigen Baudenkmal der Nordeifel, der „Ordensburg Vogelsang“. Auf etwa 100 Hektar hatten die Nationalsozialisten in wunderschöner Aussichtslage mit Blick auf den Urfttalstausee eine riesige Schulungsstätte für Nachwuchskräfte erbauen lassen. Dabei hatten sie ihre Ideologie in Architektur umgesetzt, die die Gebäude heute noch ausstrahlen: Größe, Macht, Überlegenheit. Der Krieg setzte noch gigantischeren Bauvorhaben ein Ende. Engagierte Mitarbeiter des Informationszentrums unterrichteten uns über die Anlage, deren Entstehung, einstige Nutzung und die heutige Verwendung. Mit viel Geld haben die jetzt Verantwortlichen ein Besucherzentrum gestalten lassen, das einmal über die „Ordensburg“ unterrichtet, zum anderen über den dortigen „Nationalpark Eifel“, wo der Natur freie Entfaltung ohne menschliche Nutzung zugedacht ist.

Mit diesen kontrastreichen Eindrücken beladen, machten wir uns am späten Nachmittag müde vom langen Tag über die B 258 auf den Heimweg und freuten uns auf ein erholsames und gemütliches Zuhause.