20190522 Schwarzwald

Nicht gerade verwöhnt hatte uns das Wetter bei unserer Reise vom 16. bis 22. Mai 2019. Schöne Tage wechselten sich mit solchen ab, an denen der Regen bestimmte, wie die Aktivitäten aussahen. Trotz dieser Beeinträchtigung sind sicher alle Teilnehmer der Meinung: „Das war eine wunderschöne und interessante Reise!“


Drei Wanderungen durch die Natur der Schwarzwaldhöhen gaben uns herrliche Ausblicke über Bergkämme, weite Wiesen, dunkle Wälder, tiefe Schluchten, überall munter sprudelnde Bäche, prächtige Bauernhöfe mit kleinen oder großen Viehherden. Auf den Höhen merkte man noch, dass der Winter erst kurz zuvor verschwunden war. So zeigte sich der höchste Berg des Schwarzwaldes, der Feldberg, am Horizont mit einer weißen Schneekrone. Eine der geplanten Wanderungen musste wegen der Wetterkapriolen einem anderen Programm weichen, einem Besuch im Uhrenmuseum Furtwangen. Hier konnte man im Trockenen neben kostbaren und wunderschönen Exponaten sehen, wie Tüftler und Bastler mit einfachsten Mitteln die Grundlage für eine einst blühende Uhrenindustrie geschaffen hatten und somit eine Erwerbsquelle für Generationen. Die Kuckucksuhr z.B. ist ein Symbol des Schwarzwaldes und heute noch so beliebt wie zuvor.
Auch die Wechselhaftigkeit des Wetters bekamen wir zu spüren. Etwa zwei Kilometer vor dem Dorf, in dem wir in den Bus zur Rückfahrt steigen wollten, gerieten wir in ein Gewitter mit klatschendem Regen. Als Wanderprofis waren wir aber mit gutem Schuhwerk, Regenkleidung und Regenschirm bewaffnet, so dass wir nicht bis auf die Haut nass wurden. Die Start- und Zielpunkte der Wanderungen hatte unser Vereinsvorsitzender Bernhard nur mit Wanderkarte und örtlichen Fahrplänen ausgekundschaftet. Außerdem hatte er die Wanderwege so ausgesucht, dass alle sie bewältigen konnten. Respekt vor so viel tüftligem Organisationstalent. Nach einem Vorfall an einem sehr steilen Hang mussten wir uns allerdings Sorgen machen, ob er uns weiterhin als Wanderkompass und Organisator begleiten konnte. Aber eine Wundersalbe als Heilmittel verhinderte Schlimmeres. Alles ging gut.
Außer den Wanderungen brachte die Reise noch drei Stadterkundungen mit jeweiliger Führung. Auf dem Hinweg ins Simonswälder Tal, wo sich unser Hotel befand, lag Karlsruhe. Diese Großstadt wurde einst von dem absolutistischen Fürsten, Markgraf Karl-Wilhelm, gegründet. Von seinem Schloss aus strahlenförmig ausgehend ließ er Sichtachsen anlegen, die heute noch den Grundriss des Stadtplanes bestimmen. Auf dem Marktplatz mit klassizistischer Bebauung befindet sich unter einer kleinen Pyramide das Grab des Stadtgründers. Derzeit stören viele lärmende Baumaschinen den Schlaf des Fürsten. Stolz ist man in Karlsruhe auf einige Entwicklungen vor Ort: In dem Laufrad des Herrn Drais war der erste Schritt zum Fahrrad gemacht , und das erste Automobil tuckerte hier über die Wege der Gegend,Auch das erste richtig arbeitende Parlament in Deutschland hat hier seine Wiege. Heute ist Karlsruhe Sitz der höchsten Gerichtsinstanzen der Bundesrepublik, das Bundesverfassungsgericht und der Bundesgerichtshof.
Der Universitätsstadt Freiburg galt unser nächster Besuch. Eine Stadtführerin lenkte uns zu für die Ortsgeschichte wichtigen und sehenswerten Gebäuden. Leider musste alles unter dem Regenschirm stattfinden. Das Freiburger Münster, mächtige Stadttore, kleine Wasserläufe, die Bächle, der Wochenmarkt, und ein trotz Regens lebendiges Stadtleben fanden unser Interesse. Nach mehreren Stunden Stadterkundung auf eigene Faust trafen wir uns am Bahnhof und fuhren zurück nach Simonswald ins Hotel Engel. Es sei erwähnt, dass dieses Haus nicht empfehlenswert ist für Leute, die gerne schlank bleiben oder schlank werden wollen. Der Juniorchef kocht zu gut. Da ist es schwer, den angebotenen Köstlichkeiten zu widerstehen. Das dritte Städteziel hieß „Wissembourg“ im Elsass an der deutsch-französischen Grenze. Entstanden war der Ort aus einer Klostersiedlung, um die sich im Lauf der Jahrhunderte die Stadt entwickelte. Die ehemalige Klosterkirche, das Münster Peter und Paul, beherbergt ein riesiges Fresko mit dem Bild des hl. Christopherus, das dem Fresko in der Münsterkirche Münstermaifeld verblüffend ähnelt. Man nimmt an, dass dieselben Künstler beide Fresken geschaffen haben. Natürlich waren wir gespannt darauf, diesen Christopherus zu sehen. Das Stadtbild von Wissembourg spiegelt in seinen Gebäuden die lange Geschichte des Ortes wieder. Mittelalterliche Gebäude wechseln mit historisch wertvollen Bauten aus neuerer Zeit. Eine sehr sympathische Stadtführerin erläuterte, wie im Laufe der Jahrhunderte dieses idyllische und glücklicherweise noch erhaltene Stadtbild entstanden war.
Am frühen Nachmittag des letzten Tages brachte uns unser Busfahrer, Herr Reck, zügig durch die Pfalz, Rheinhessen, über den Hunsrück und durch das Moseltal nach Hause auf das Maifeld.